In Deutschland gibt es zahlreiche Familienbetriebe, die Erdbeeren produzieren und verkaufen. Das ganze Jahr über arbeiten sie darauf hin, in den Sommermonaten frisch geerntete Früchte aus regionalem Anbau den vielen Erdbeerliebhabern im Land anzubieten. Denn heimische Erdbeeren frisch vom Feld schmecken einfach am besten – da sind sich die Deutschen einig.

Aber jedes Jahr zum Höhepunkt der deutschen Erdbeerernte drängen selbsternannte „Experten“ von spendenfinanzierten NGOs in die Medien und warnen vor dem Konsum der Früchte. Vordergründig geht es um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die während der Anbausaison von den Erdbeerbauern eingesetzt werden, um die Pflanzen und Früchte vor Krankheiten zu schützen. Reste dieser Pflanzenschutzmittel, die auf den Früchten gefunden werden, sollen angeblich so gefährlich sein, dass vor einem Verzehr der Früchte gewarnt wird. Aber stimmt das wirklich?

Pflanzenschutzmittel werden eingesetzt, um Pflanzen oder Teile von Pflanzen vor Schaderregern wie Pilzen und tierischen Schadorganismen zu schützen. Sie sollen den Ernteertrag sichern, die Früchte während der Lagerung und des Transportes schützen und eine gute Lebensmittelqualität gewährleisten. Auch im ökologischen Landbau werden deshalb Pflanzenschutzmittel eingesetzt, wenn auch andere als in der Integrierten Produktion. Das Ziel ist aber das Gleiche.

Die als Rückstände auf den Früchten gefundenen Mengen gleichen oft dem berühmten Zuckerwürfel im Bodensee. Denn regelmäßig wird frisches Obst und Gemüse von den zuständigen Behörden auf Rückstände überprüft. Die zulässigen Mengen sind toxikologisch akribisch bewertet und im Rahmen der zugelassenen Anwendungen für sicher befunden worden. Auch in diesem Jahr wurde in keiner Probe der gesetzlich festgesetzte Rückstandshöchstgehalt (RHG) überschritten oder auch nur annähernd erreicht. Trotzdem wird vor dem Verzehr dieser Früchte gewarnt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wacht in Deutschland über das Gesundheitsrisiko von Nahrungsmitteln. Dessen Wissenschaftler weisen regelmäßig darauf hin, dass der Nachweis von Rückständen in Lebensmitteln nicht per se ein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher darstellt. Sie sehen keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigung durch den Verzehr von heimischen Erdbeeren. Aber sie werden nicht gehört.

Die gleichen Wissenschaftler des BfR warnen hingegen eindringlich vor den Gefahren eines Verzehrs von Erdbeeren, die mit Schimmelpilzen belastet sind. Denn Schimmelsporen enthalten krebserregende Giftstoffe, die Mykotoxine, welche Leber und Nieren schädigen und das Immunsystem schwächen. Hier werden immer wieder zu hohe Werte in Obst und Gemüse – meist aus dem Ausland importiert und entsprechend lange transportiert und teils falsch gelagert- gefunden! Auch hier werden sie nicht gehört. Warum ist das so?

Schimmelfreie Erdbeeren sind köstliche und besonders gesunde Früchte. Um sie produzieren zu können, müssen die Obstbauern Pflanzenschutzmittel einsetzen. Deutsche Obstbauern tun dies ganz gezielt nach den strengen Richtlinien der kontrolliert Integrierten Produktion. So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich – das ist die Maxime. Und das aus gutem Grund: der gezielte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert die Gefahr von Pilzbefall erheblich und sichert die Ernte. Damit die Verbraucher gesunde und pilzfreie Erdbeeren zu bezahlbaren Preisen kaufen und genießen können.

Das attestiert nicht zuletzt die letzte Auswertung des QS-Rückstandsmonitorings. Dort wurden 197 Erdbeer-Proben auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände untersucht. Die Auslastung der gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstgehalte (RHG) lag für 83 % der Wirkstoff-Nachweise bei maximal 10 %. Und 99 % der in den Proben nachgewiesenen Wirkstoffe schöpften die gesetzlichen RHG nur bis zu maximal 30 % aus. Mit einem Wort: Der Zuckerwürfel im Bodensee wäre hier kaum mehr als ein Staubkorn!

Auf unabhängige Wissenschaftler hören und sorglos regionale, gesunde Erdbeeren in der Saison genießen.

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Joerg Hilbers, Bundesfachgruppe Obstbau
Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin
Tel.: 030 200065-23, Mobil: 0175 2652536
E-Mail: hilbers@obstbau.org
https://www.obstbau.org


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Der Landesverband „Sächsisches Obst“ e. V. vertritt die Interessen der Obstbaubetriebe in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Angebaut werden Äpfel, Sauerkirschen, Süßkirschen, Pflaumen, Birnen und Beerenobst.

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